EVVA DACH-Pressekonferenz: Ein Jahr Xesar & AirKey

News, Presse, 03. November 2015

EVVA zieht Bilanz. Vor einem Jahr erfolgte mit den Schließsystemen Xesar und AirKey der europaweite Marktstart der eigenen Elektronik-Sparte. Im Rahmen eines Pressegesprächs im Wiener Headquarter berichteten Stefan Ehrlich-Adám, CEO der EVVA-Gruppe, Ralf Reiners, Geschäftsführer von EVVA in Deutschland und Urban Stenz, Geschäftsführer von EVVA in der Schweiz über Innovationen und neue Wege in der Sicherheitsbranche im Raum DACH.

Der Marktstart von Xesar und AirKey im zweiten Halbjahr 2014 bedeutete einen Meilenstein in der fast 100-jährigen Geschichte von EVVA. Doch was treibt einen traditionellen Industriebetrieb und Mechanik-Hersteller dazu, in die Elektronik einzusteigen und diesen Weg zu gehen? Diesen und weiteren Fragen stellten sich EVVA-CEO Mag. Stefan Ehrlich-Adám und die Geschäftsführer der Niederlassungen in Deutschland, Ralf Reiners, und der Schweiz, Urban Stenz, im Rahmen eines Pressegespräches im Wiener Headquarter. Die anschließende Werksführung durch die Mechanik und Elektronik-Produktion ließ neue Einblicke in die Art und Weise eines nachhaltig agierenden Industriebetriebs mitten in Wien zu.

Ein Rückblick auf fast 100 Jahre Mechanik und ein Jahr eigene Elektronik

„Die Elektronik ist nichts Neues für EVVA. Wir sind seit Anfang der 90er Jahre Teil des neuen Wegs elektronischer Schließsystemen gewesen. Wir haben bewusst unterschiedliche Ansätze gewählt, teils mit eigener Elektronik, teils mit der Beteiligung an anderen Hersteller-Unternehmen, die heute zu unserem Mitbewerb zählen“, erklärt Stefan Ehrlich-Adám gleich zu Beginn. „Neu in der EVVA-Welt sind Xesar und AirKey.“ Die Motivation in die eigenen Elektronik-Produkte zu investieren war einerseits strategischen Überlegungen geschuldet, aber auch einer Forschungsarbeit von Johannes Ullmann, dem jetzigen technischen AirKey-Produktmanagers bei EVVA. Der damalige Student wurde von EVVA gefördert. Der Inhouse-Entwicklung von AirKey stand somit nichts mehr im Wege.

Wertschöpfung durch Innovation

Das Familienunternehmen EVVA integriert schon seit 1919 als „Erfindungs-Versuchs-Verwertungs-Anstalt“ Innovation in die Unternehmenskultur. „EVVA war innovativ von Anfang an. Das ist sozusagen in unserer DNA verankert“, so Ehrlich-Adám. Stete Innovationen, wie z.B. 1937 ein erstes Patent für ein Zylinderhangschloss, oder 1979 der Markt-Launch des praktisch unkopierbaren Magnet-Code-Systems, stärkten kontinuierlich EVVAs Wettbewerbsfähigkeit. Der vor Kurzem verliehene Preis für den Gewinn des Call Pro Industry für das „Montagesystem der Zukunft“ ist nur eine von zahlreichen positiven Reaktionen des Marktes auf Investitionen in unsere neuen Vorgehensweisen und Produkte, die EVVA als Vorzeige-Industriebetrieb umsetzt.

Partner+ durch Elektronik

„In einem Jahr Elektronik – und damit auch ein Jahr Elektronik-Partnerprogramm – konnten wir im Zuge einer Roadshow durch alle Länder in Europa mit EVVA-Niederlassungen und anhand der preisgekrönten Direktmarketing-Kampagne „Auf dem Weg zum Partner“ bereits über 900 Partner gewinnen“, freut sich Ehrlich-Adám. Das EVVA-Elektronik-Partnerprogramm beinhaltet drei Partnerstufen: Reseller, Partner und Certified-Partner. Partner werden in den Bereichen Technik, Vertrieb, Schulung und Marketing unterstützt und haben Zugang zu dem umfassenden Know-how von EVVA. Das modulare Programm wurde entsprechend den Bedürfnissen und Zielen der Wiederverkäufer entwickelt.

Mechanik: (K)ein Ende in Sicht?

„Wir werden auch oft nach dem Ende der Mechanik gefragt und ob es bereits absehbar ist. Die Antwort darauf lautet ganz klar: Nein!“, so Ehrlich-Adám. Es gibt natürlich Anwendungsgebiete für die ein mechanisches Schließsystem schlichtweg besser geeignet ist als ein elektronisches. „Nach wie vor hat die Mechanik für Anbieter von Sicherheitstechnik einen unverändert hohen Stellenwert.“ Zwar verzeichnen elektronische Schließsysteme immer stärkere Zuwächse, aber ohne Mechanik geht es dennoch nicht. „Es gilt zu differenzieren welches Objekt mit welcher Technologie sinnvollerweise ausgestattet werden soll“, so Ehrlich-Adám weiter.

Für Objekte in denen Besucherströme geregelt werden müssen, ist mit Sicherheit ein elektronisches Schließsystem von Vorteil. Wo die Elektronik heute noch weniger Abnehmer findet ist der Eigenheimbereich, Wohnhäuser oder Wohnungen. Als Kaufentscheider in diesen Bereichen fungieren die Eigenheimbesitzer selbst, diese setzen andere Prioritäten und haben andere Anforderungen. Anders bei großen Unternehmen oder Institutionen, die dem Organisationsaspekt einen hohen Stellenwert zuweisen. Dort sehen sich Entscheider mit Problemen wie Schlüsselverlust in hohem Ausmaß oder permanenten Änderungen konfrontiert. Gerade zu Organisationen, die sich in ständigem Wandel oder Umbau befinden, passen elektronische Schließsysteme perfekt. Dort erlebt die Elektronik zu Recht stete Zuwächse.

Mechanik: Ein starkes Fundament

Nicht vergessen werden darf die Mechanik als das starke Fundament der Elektronik. Ein elektronisches System kann nur so gut sein, wie seine mechanische Basis. „Mechanik wird auch in den nächsten Jahrzehnten noch in den Türen zu finden sein“, erklärt Ehrlich-Adám. Gründe dafür sind einerseits das Fundament, das die Mechanik der Elektronik bietet, die langen Lebenszyklen mechanischer Systeme und die hohe Investitionssicherheit.

Hohes Marktpotential mit ausgeklügelten Systemen

Mit vielen bereits auf dem Markt befindlichen mechanischen Systemen wurden international Standards gesetzt. So ist EVVA mit dem mechanischen Servicezylinder TAF (Temporary Access Function) im System ICS dem Markt einen Schritt voraus. Herkömmliche mechanische Schließzylinder regeln „wer“, „wo“ sperrberechtigt ist. Der TAF-Zylinder ergänzt um das „Wann“. So können Eigenschlüsselbesitzer mit dem TAF-Zylinder ihre Haushaltshilfe, ihren Hundesitter oder den Servicetechniker des Hauses exklusiv zutrittsberechtigen und das, wann immer er will und wie lange er will. „Mit dieser Entwicklung ist EVVA speziellen Marktanforderungen nachgekommen, die ansonsten nur von elektronischen Systemen gelöst werden können.“ Marktanforderungen, die in der Region DACH vergleichbar sind.

EVVA in Deutschland setzt auf Kombination von Elektronik und Mechanik

„Der Sicherheitsmarkt in Deutschland ist ähnlich dem Österreichischen“, erklärt Ralf Reiners, Geschäftsführer von EVVA Deutschland. Traditionsgemäß sind die Deutschen auch auf Mechanik eingestellt, was einen Gutteil des Umsatzes ausmacht. Der Trend zeigt aber immer mehr in Richtung Kombination von mechanischen und elektronischen Schließsystemen. „Eine Welt ohne Mechanik wird es in absehbarer Zeit nicht geben. Daran werden auch sich ändernde Ansprüche nichts ändern. Sowohl Elektronik als auch Mechanik haben ihre Daseinsberechtigung, beide decken andere individuelle Ansprüche und Anforderungen ab.“ Dennoch erfüllen rein mechanische Schließsysteme oftmals nicht mehr die veränderten Anforderungen an die Gebäudenutzung. Die Lösung ist immer öfter eine individuell an den Kundenwunsch angepasste Kombination.

So berichtet auch Ralf Reiners von zahlreichen Elektronik-Referenz-Projekten, bei denen Xesar und AirKey bereits erfolgreich verbaut wurden. In den ersten drei Quartalen wurden bereits 4.500 Projekte bearbeitet. Viele dieser Projekte sind im Bereich Wohn- und Bürogebäudebau, gefolgt von Bildungseinrichtungen und Gebäude für Kultur- und Freizeit sowie das Gesundheitswesen. So zählen Kunden, wie zum Beispiel der Olympiapark Berlin, der Flughafen München mit dem Terminal 2, die Semperoper in Dresden, der Düsseldorfer Hauptbahnhof und die Autostadt Wolfsburg zu unseren Referenzen, um nur einige wenige zu nennen. Bearbeitet wird der Markt in Deutschland von 24 Außendienstmitarbeitern, verteilt auf die Regionen Nord-West, Süd und Ost, die sich intensiv um unsere bestehenden und potenzielle Partner kümmern. „Das Ziel und unser Auftrag für Deutschland ist ganz klar: EVVA wird seinen Status als einer der führenden Anbieter von Sicherheitstechnologien noch weiter ausbauen“, so Reiners.

EVVA in der Schweiz gibt Innovations-Impulse

Kürzer am Markt und von anderen Grundvoraussetzungen ausgehend, erzählt Urban Stenz, Geschäftsführer der Schweizer Niederlassung, von seinen Erfahrungen am Schweizer Sicherheitsmarkt: „Auf Grund der Nachfrage entscheidet sich EVVA bereits sechs Jahre vor meinem Eintritt 2012, eine eigene Niederlassung zu gründen.“ Zunächst befindet sich die EVVA Schweiz AG in St. Gallen. „Die ersten Jahre sind durch eine Kooperation in der Elektronik von enorm großem Erfolg geprägt. 70 bis 80 Prozent des Gesamt-Umsatzes sind der Elektronik geschuldet“, so Stenz.

Nach der strategischen Abspaltung des Elektronik-Partners startet die EVVA-Gruppe mit den eigenen in Wien entwickelten Produkten AirKey und Xesar. Die Unternehmung wird einer Redimensionierung unterzogen und 2014 ein Standortwechsel in die Zentralschweiz, nach Rotkreuz, vollzogen.

„2014 war für uns in der Schweiz ein besonderes Jahr. Nicht nur wegen dem Start der EVVA-eigenen Elektronik, sondern auch mit dem Start des ICS (Innen-Codiert-System) im RP22-Format in Modulbauweise“, erklärt Stenz. „Gerade unsere Erfahrungen in der Schweiz liefern hier wertvolle Inputs, die die Forschungs-und Entwicklungsabteilung in Wien aufgreifen kann.“ Der Rundprofilzylinder in Modulbauweise (SYMO) ist ein gutes Beispiel dafür. Der ICS SYMO ist rasch vor Ort ein-, aus- und umgebaut oder in der Länge veränderbar. Alles was der Partner dafür braucht, findet er in einem handlichen und übersichtlichen Montage-Koffer. SYMO erspart damit große Lagerhaltung.

EVVA entwickelt sich stets weiter

Mit Konzentration auf EVVAs Stärke, die Entwicklung und Herstellung von hochwertigen mechanischen und elektronischen Schließsystemen, entwickelte EVVA in den letzten drei Jahren völlig neue elektronische Systeme, die einzigartig am Sicherheitsmarkt sind. Das stärkt den guten Ruf als Hersteller von Zutrittssystemen und schafft neue Arbeitsplätze. Wie beispielsweise im Headquarter in Wien von 428 in 2011 auf 460 im Oktober 2015.

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